Schließen Um diese Website gut funktionieren zu lassen, verwenden wir Cookies. Um sich darüber zu informieren, was mit Ihren Daten geschieht, schauen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung an.
  • Es befinden sich keine Programme im Warenkorb

Zahnmedizin

Alle Blog-Beiträge
Zahnschmerzen - Odontogen oder nicht-odontogen

Zahnschmerzen - Odontogen oder nicht-odontogen

01.07.2018

Schmerzen sind ein wichtiger Grund, den Zahnarzt zu konsultieren. Schließlich hat dieser eine wichtige Aufgabe bei der Vorbeugung und Behandlung von Schmerzen im orofazialen Bereich. Orofaziale Schmerzen gehen in der Regel von der Pulpa oder vom Parodontium aus. In diesem Fall spricht man von odontogenen bzw. dentoalveolären Schmerzen. Orofaziale Schmerzen können aber auch nicht-odontogenen Ursprungs sein und z. B. von den Kaumuskeln (myogener TMD-Schmerz; TMD = temporomandibuläre Dysfunktion) oder den Kiefergelenken (arthrogener TMD-Schmerz) ausgehen. Manchmal scheint der Schmerz von einem Zahn zu stammen, der Reiz aber wird an anderer Stelle im Körper erzeugt, zum Beispiel in einem der Kaumuskeln.

So wie unsere Haut, Hände und Füße ist der Mund ein Teil des Körpers, in dem sich viele freie Nervenendigungen befinden, die Schmerzreize an den Cortex weiterleiten können. Die hohe Innervationsdichte macht den Mund zu einem sensiblen Organ. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Schmerzen im Mund überall gleich gut zu lokalisieren sind.

Nozizeptive Schmerzen treten auf, wenn das Gewebe durch einen chemischen, mechanischen oder thermischen Reiz beschädigt wird. Der nozive Reiz an der Endigung einer schmerzleitenden Nervenbahn (Nozizeptor) wird unter anderem mit Hilfe von Neurotransmittern und Entzündungsmediatoren in ein elektrisches Signal (Aktionspotenzial) umgewandelt, das schließlich über die schmerzleitenden Neuronen im Rückenmark in den Thalamus gelangt. Von dort wird das Signal teils zum somatosensorischen Cortex weitergeleitet, wo es die „Autsch-Reaktion“ hervorruft, und teils zu den limbischen Kernen, wo das emotionale „Autsch-Gefühl“ ausgelöst wird. Die „Autsch-Reaktion“ wird zusammen mit dem „Autsch-Gefühl“ als Schmerz bezeichnet.

Nozizeptiver Schmerz ist ein Warnsignal, dass in unserem Körper etwas nicht in Ordnung ist, so dass wir reagieren können, um weiteren Gewebeschäden vorzubeugen. Nach der Schmerzempfindung kommt es zu einer Stressreaktion im Körper. Diese besteht z. B. aus einem Rückzugsreflex, der Immobilisierung des geschädigten Körperteils oder der Vermeidung eines erneuten Kontakts. Zahnärzte wissen in der Regel gut, wie man akuten, nozizeptiven Zahnschmerz behandeln muss.

Persistierender Schmerz nach zahnärztlichen Eingriffen ist weniger gut nachvollziehbar, da er auf komplexeren Mechanismen beruht. Bei akutem Schmerz ist der Zusammenhang mit einer Gewebeschädigung meist klar – bei persistierendem Schmerz hingegen ist diese Verknüpfung deutlich geringer ausgeprägt oder gar nicht vorhanden. Persistierender Schmerz hat keine biologische Funktion. Langfristig spielen psychosoziale Faktoren eine Rolle, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken. Die Grenze zwischen akutem und persistierendem Schmerz ist willkürlich. In der Vergangenheit wurde die Grenze oft auf drei Monate festgelegt. Eine bessere Definition für persistierenden Schmerz scheint folgende zu sein: Schmerz, der länger andauert, als es aufgrund des Heilungsprozesses zu erwarten wäre.

Nozizeptiver Schmerz entsteht aus der Schädigung nicht-neurogenen Gewebes. Im Falle einer Schädigung oder Erkrankung des peripheren oder zentralen Nervensystems selbst spricht man von neuropathischen Schmerzen.

Beispiele für neuropathische Schmerzen sind Trigeminusneuralgie und persistierender dentoalveolärer Schmerz (PDAP; persistent dentoalveolar pain). Neuropathischer Schmerz bezeichnet eine relativ seltene Erkrankung, die in der Regel schwer zu behandeln ist. Neben neuropathischem Schmerz gibt es noch eine weitere Form nicht-nozizeptiver Schmerzen: den idiopatischen Schmerz, d. h. Schmerzen ohne erkennbare Ursache.

Da Schmerz zum Teil eine persönliche, emotionale Erfahrung ist, kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, einen Psychologen in die Behandlung miteinzubeziehen, um den Schmerz für den Patienten erträglicher zu machen.

In dieser Fortbildung soll zunächst auf einige neurophysiologische Aspekte von Schmerz eingegangen werden. Anschließend werden die verfügbaren Instrumente behandelt, die dazu dienen, die wahrscheinlichste Diagnose zu stellen. Im nächsten Kapitel geht es um die klinischen Merkmale der häufigsten pulpalen und parodontalen Schmerzen. Darüber hinaus werden verschiedene Arten von Schmerzen erläutert, die augenscheinlich odontogener Natur sind, tatsächlich aber einen anderen, nicht-odontogenen Ursprung haben. Im folgenden Kapitel wird erklärt, wie die häufigsten odontogenen Schmerzen in der zahnmedizinischen Praxis zu behandeln sind. In den Schlussabsätzen wird erläutert, inwieweit Analgetika und Antibiotika bei der Behandlung von Zahnschmerz eine Rolle spielen. Die Diagnose und Behandlung von TMD-Schmerz wird in einer gesonderten Fortbildung thematisiert.


Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Wir können Ihnen, sobald sie verfügbar sind, neue Blogs über die Fortbildung von AkkreDidakt schicken. Tragen Sie hierzu bitte unten Ihre Daten ein.

Unsere Fortbildungsprogramme für Zahnärzte in 2018


Testen Sie das E-Learning von AkkreDidakt – ganz ohne Verpflichtungen!

Wir zeigen Ihnen gerne, wie der Ablauf einer Fortbildung bei AkkreDidakt im Einzelnen abläuft. Geben Sie alle benötigten Angaben ein, damit Sie sofort mit dem E-Learning-Programm ‚Nachsorge bei Implantaten‘ und danach mit dem Abschlusstest beginnen können. Auf der nächsten Seite finden Sie das Beispiel einer unserer persönlichen ‚interaktiven, internetbasierten Selbstschulungen‘. Durch das Ausprobieren einer Schulung entsteht für Sie keine Verpflichtung zum Kauf.

Versuchen Sie es selbst

Einloggen